Berichte und Impressionen von den Exkursionen
Bachexkursion vom 3.9.2011
Eine kleine Schar Kinder und Erwachsene traf sich in der Fraumatt bei herrlichem Spätsommerwetter, um sich über Bäche und ihre Lebewesen zu informieren.
Nach einleitenden Worten von Daniel Zwygart (NVVZ) über den Lebensraum Bach im Allgemeinen, erläuterte Fischereipräsident Thomas Waldner (Fischereiverein Ziefen), wie der Weiher in der Fraumatt entstanden ist und was der Fischereiverein im Weiher und im Bach im Laufe des Jahres alles macht.
Dann war es Zeit, um den Deckel des mobilen Fischaquariums zu lüften: Die Anwesenden konnten verschieden alte Bachforellen (für diesen Anlass von der Fischzucht Mändli bezogen) und Karpfen und Rotaugen aus dem Fraumattweiher aus der Nähe betrachten und sie sorgfältig auch berühren, was für Viele zum ersten Mal im Leben geschah und entsprechende Emotionen auslöste.
Anschliessend erläuterte Thomas Waldner im Bach stehend über die Lebensräume und das Verhalten der Forellen. Derweil eine andere Gruppe (vor allem die Kinder) Kleinlebewesen unter den Steinen des Baches suchten und sie mit verschiedenen Netzli fingen. Anschliessend sortierte sie Daniel Zwygart und erzählte Wissenwertes zu deren Lebensweise. Es wurde eine grosse Vielfalt entdeckt. Neben Bachflohkrebsen, Eintagsfliegenlarven etc. faszinierten vor allem die Köcherfliegenlarven mit ihren Steinhäuschen und natürlich die Egel. Die Tatsache, dass auch verschiedenartige Steinfliegenlarven gefangen wurden, die nur in sauberem und sauerstoffreichem Gewässer vorkommen, zeigt, dass das Wasser der hinteren Frenke relativ sauber ist. Dies ist auch dem Umstand zu verdanken, dass alles Klärwasser aus Reigoldswil nun in Bubendorf geklärt wird.
Bei Most, Mineralwasser, Bier, Kaffee und Gutzi fand ein spannender Nachmittag einen gemütlichen Abschluss. Während die einen noch erste Versuche mit der Angelrute machen durften, fütterten andere die Siebschläfer im Vogelnistkasten!

Erste Fischversuche

Fischexperte



Impressionen vom Sonntagmorgen 30. Mai 2010






Exkursion am Samstagnachmittag 12. Juni 2010
Paul Imbeck von der Abteilung Natur- und Landschaft vom Amt für Raumplanung des Kantons Baselland leitete eine spannende Exkursion zum Thema Tagfalter und ihre Lebensräume. Die bunte Schar der TeilnehmerInnen begann die Beobachtung der Tagfalter in der Naturschutzmatte an der Rebholde. Die schon gemähten Weglein ermöglichten gute Beobachtungen und die vielen Kinder entdeckten und fingen die bei den ersten und fast einzigen Sonnenstrahlen herumflatternden Tag- und Nachtfalter. Sorgsam wurden sie im Netz betrachtet und von Paul Imbeck bestimmt. Er konnte auch viele Informationen zum Lebenszyklus dieser kleinen Schmuckstücke weitergeben. Anschliessend führte uns die Exkursion weiter bis zum hintersten Rebberg der Rebholde. Das eher trübe Wetter lockte aber die Schmetterlinge kaum aus ihren Verstecken in der Vegetation. Dafür beantwortete der Exkursionsleiter viele Fragen zu Pflanzen der Wiesen, Wiesenpflege und dem ökologischem Ausgleich allgemein. Dabei beteiligten sich viele Exkursionsteilnehmende mit ihren Erfahrungen und ihrem Fachwissen.
Folgende Tagfalterarten (von über 40 möglichen) wurden beobachtet:
- Schachbrettfalter (frisch geschlüpft)
- Grosses Ochsenauge (frisch geschlüpft)
- Brauner Waldvogel
- Kleines Wiesenvögelchen
- Kohlweissling (unbestimmt)
- Gelbling (Art unbestimmt)
- Hauhechelbläuling
- Himmelblauer Bläuling
Nachtfalter:
- Braune Tageule



Exkursion am Freitagabend 6. August 2010
Eine grosse Schar neugieriger Personen viele Erwachsene und ebenso viele Kinder versammelten sich am Freitag 6. August um 21 h am oberen Rebweg, um gespannt den Ausführungen der Exkursionsleiter zu lauschen. Werner Huber aus Zunzgen hatte eine ausgeklügelte Licht-Anlage aufgebaut, mit der er die Nachfalter aus dem hohen Gras der Blumenwiese, dem lichten Föhrenwald oder dem Blätterdach der Eichen und anderer Laubbäume anlocken wollte. Nach einer Einführung zu den wichtigen Gruppen der Nachtfalter zündete er die Lampen an und schon bald kamen erste Schmetterlinge angeflogen. Zwischenzeitlich gab Markus Ott aus Ziefen eine Einführung in die Lebensweise der Fledermäuse, die zum Teil zur Hauptsache von Nachtfaltern leben. Dabei wurde mancheinem erst bewusst, dass Fledermaus nicht gleich Fledermaus ist und die verschiedenen Arten ganz unterschiedliche Lebensweisen haben. Die Fledermauspirsch mit Taschenlampe und Bat-Detektor brachte ausser einem scheuen grösseren Individuum (wahrscheinlich ein grosses Mausohr) keine weiteren gut sichtbaren oder hörbaren Fledermäuse zu Tage respektive zu Nacht. Dafür faszinierten das rufende Waldkäuzchen, die zirpenden Heupferde und die vielen Sterne am klaren Himmel.
Leider war es etwas kalt (10 °C), sodass die Nachtfalter auch nicht in grossen Scharen angeflogen kamen. Zur Bestimmung wurden die Falter vom weissen Leintuch abgestreift und kurzzeitig in ein Gläschen versorgt. Jung und Alt staunten sowohl über die Formen- , Farben- und Mustervielfalt der Nachtfalter einerseits und das enorme Fachwissen von Werrner Huber andererseits. Mit dem Fortschreiten der Nacht nahmen die Anflüge doch noch zu und die helfenden Jugendlichen kamen so richtig ins Jagdfieber, sodass der Fachmann zeitweise kaum nachkam mit der Bestimmung der Individuen und der entsprechenden Dokumentation.
Bei heissem Tee, Kaffee und feinem Kuchen aus der ‹NVVZ-Bäckerei› fanden in der fast vollständigen Dunkelheit viele gute Gespräche über die endeckten Schätze und dies und das, was einen halt so bewegt, statt.
Um Mitternacht wurden die Lampen gelöscht und alle Falter wieder freigelassen. Die Auswertung ergab: Bestimmt wurden 107 Schmetterlinge aus 45 Arten. Darunter war auch eine eher unscheinbare, seltene Art, der Augentrost-Blütenspanner. Er konnte bis heute erst in 10 von den 149 5×5 km Quadraten unserer Region festgestellt werden (die ganze Beobachtungsliste findet sich hier).

Beim letzten Fang im Juni 1991 wurden 112 Nachtfalter der Gross-Schmetterlinge bestimmt. Ob es nur daran liegt, dass diese Erhebung zwei Monate früher und bei ev. wärmerem Wetter stattfand, kann nicht gesagt werden. Vielleicht ist die kleiner Artenzahl im 2010 auch ein Hinweise auf die andernorts festgestellte Gefährdung vieler Schmetterlinge durch den Verlust von blütenreichen Magerwiesen.
Allen Beteiligten möchte der NVVZ-Vorstand für ihr Interesse und ihr Engagement herzlich danken!



