Biodiversität = Vielfalt an Arten und Lebensräumen + Genetische Vielfalt der Individuen
Biodiversität fördern … mit Geld!
Die Vielfalt der Arten und Lebensräume hat wieder zugenommen, seit Landwirte für die Anlage und Pflege ökologisch wertvoller Lebensräume Geld bekommen können. Auch an der Rebholde hat es solche Oekoausgleichsflächen, z.B. Magere Wiesen, artenreiche Rebberge, Wiesen mit Hochstammbäumen.
Der NVVZ bewirtschaftet ebenfalls eine solche Fläche. Bis anhin haben wir die Wiese jeweils ab 15. Juli einmal geheut und immer ca. 10% der Fläche stehen gelassen, damit sich die verschiedenen Viecher dort drin zurückziehen konnten.
Nun zeigt sich, dass gewisse Pflanzen durch dieses Management so stark zunehmen, dass andere, vorallem die verschiedenen Kräuter und Blumen zurückgedrängt werden. Einerseits vermehrt sich ein Gras, die Fiederzwenke, stark, und andererseits sind es Sträucher des Waldrandes, die stetig in die Wiese auswachsen.
Im Zusammenarbeit mit der verantwortlichen Person am Ebenrain, Frau S. Kaufmann, darf der NVVZ nun ein kleines Forschungsprojekt starten. Wir dürfen kleinflächig schon früher als 15. Juli die vordrängenden Gräser und Büsche mähen. Zudem müssen wir zusätzlich zum Heuen im Juli die Wiese im Herbst nochmals mähen (vorallem dort, wo die besagten Gräser wachsen). Das gemähte Gras muss weggebracht werden, damit die Wiese nicht gedüngt wird.
Wir sind gespannt, wie sich das neue ‹Management› auf die Wiese und ihre Biodiversität auswirken wird.
Interessierte dürfen sich gerne melden, um beim Heuen und Emden zu helfen!
Der Frühling kommt …
Die ersten Amseln und Rotkehlchen singen wieder, einzelne Hausrotschwänze und andere Zugvögel sind aus dem Süden zurückgekehrt. Die letzten Überwinterer aus dem hohen Norden wie der Bergfink oder die Rotdrossel sind aber noch da und stärken sich am vorhandenen Futter vor ihrem Heimflug. Letzte Buchnüsschen unter den Bäumen, Beeren von Wildsträuchern, faulendes Obst am Boden und erste Insekten oder Würmer, die von der Märzensonne an die Oberfläche gelockt werden, bieten noch reichlich Nahrung. Auch unter der Rinde alter Bäume gibt es viel zu finden. Vier verschiedene Spechtarten (Grün-, Grau-, Bunt und sogar Mittelspecht) und die ersten Gartenbaumläufer sind zur Zeit immer wieder an der Rebholde zu beobachten. Und zur Freude der Ornithologen ist der Charaktervogel von Rebbaugebieten, die Zaunammer, wieder zurück. Von ihr gibt es im Baselbiet nur wenige Brutpaare. Wird sie im 2010 wieder bei uns brüten?
Die wärmenden Sonnenstrahlen lösen den Wassertransport in den Pflanzen aus. Blätter und Blüten, die schon seit letztem Sommer in Knospen ausharren, entfalten sich nun. Bodenorganismen (Bakterien, Pilze, Insektenlarven, Würmer, …) werden nun aktiver und zersetzen aufgrund ihrer Aktivität Abfälle des letzten Jahres in Stoffe, die die Pflanzen wieder aufnehmen und zu ihrem Wachstum benutzen können. So wird der Stoffkreislauf geschlossen, gratis und ohne unser Zutun. Darin besteht auch der Wert der Biodiversität denn ein vielfältiges Bodenleben garantiert gute Erträge im Garten und auf den Wiesen und Feldern. Wir Menschen können die Bodenlebewesen fördern, indem wir sie nicht mit Giften oder allzuviel Gülle beeinträchtigen.
Rechtzeitig zum Aufblühen der ersten Blüten schlüpfen auch die Wildbienen aus ihren Brutröhren. Vor einem Jahr wurden sie als Ei abgelegt, haben sich als Larven seither am beigelegten Futtervorrat satt gefressen und sind nun nach mehreren Umwandlungen geschlechtsreife Bienen geworden.
Als erstes schlüpfen die Männchen (im folgenden Bild eine Mauerbiene), diese warten ungeduldig vor den Brutröhren auf das Schlüpfen der Weibchen.
Kaum draussen, schon feiern sie Hochzeit die Gene werden neu gemischt und in einem weiteren Jahr zeigt sich, ob es eine gute Mischung war!
Im übrigen: Wildbienen sind wichtige Bestäuber unserer Obstbäume, denn sie können auch fliegen, wenn es mal nicht so warm ist.



